Sonne, Strand und Smartphone? Medienzeiten in den Ferien clever gestalten

In den Ferien dürfen Kinder oft mehr Zeit am Bildschirm verbringen. Doch wie viel ist zu viel? Eltern können gemeinsam mit ihren Kindern klare Regeln aufstellen und Medienzeiten gestalten: Wann sind medienfreie Zeiten und welche Inhalte sind sinnvoll? Statt eines passiven Konsums bieten kreative Alternativen wie Hörspiel-Apps oder digitale Schnitzeljagden eine tolle Möglichkeit, Medien sinnvoll zu nutzen. Auch ein Digital Detox bietet sich in den Ferien an, um mehr Qualitätszeit mit der Familie zu verbringen. Wie so eine Gestaltung genau aussehen kann, wird in diesem Artikel beschrieben. Nachfolgend werden vier Tipps aufgezeigt, mit denen eine gesunde Balance zwischen der Mediennutzung und dem bewussten Verzicht angestrebt wird.
Medienzeiten festlegen
Für Familien kann es sinnvoll sein, Zeiten festzulegen, in denen Bildschirme erlaubt sind, denn klare Absprachen können dabei helfen, eine gesunde Balance zwischen Online- und Offline-Zeiten zu finden. Während dem Essen oder bei gemeinsamen Aktivitäten empfiehlt es sich, die digitalen Geräte beiseite zu legen, um den Fokus ganz auf sein Gegenüber zu richten. Auch bei gemeinsamen Ausflügen oder Spaziergängen an der frischen Luft können schöne Erinnerungen geschaffen werden, ganz ohne Bildschirme!
Medien kreativ nutzen
Nicht alle Medienzeiten müssen aus einem passiven Konsum bestehen. Digitale Möglichkeiten lassen sich auf einfache Weise kreativ und interaktiv gestalten – sei es durch digitales Malen, Foto-Challenges oder spannende Wissens-Apps, die spielerisches Lernen ermöglichen. Unser Beitrag aus dem März “Wie Kinder digitale Apps nutzen können, um den Garten zu entdecken” stellt spannende Apps vor, die kindliche Naturerlebnisse mit dem Digitalen verbinden.
- Mithilfe der „Merlin App“ können Vögel anhand ihres Gesanges bestimmt werden. Sie basiert auf „eBird“, der weltweit größten Datenbank für Vogelbeobachtungen.
- Die NABU-Vogel-App enthält Such- und Bestimmungsfunktionen von Vögeln, Autorenportraits sowie eine Registrier- und Meldefunktion.
- Tiere und Pflanzen können mittels einer automatischen Mustererkennung der App „Naturblick“ einfach bestimmt werden. In einem Feldbuch, welches auch das Datum und die Uhrzeit speichert, können Kinder ihre Forschungen festhalten.
- Bei „Flora Incognita“ handelt es sich um ein Bürgerwissenschaftsprojekt. Es wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Hierbei werden Pflanzenarten mittels Fotos bestimmt, wobei die Künstliche Intelligenz durch die Nutzenden trainiert wird. Die App ist auch explizit für Schulprojekte geeignet.
- Mithilfe der Actionbound-App können eigene lehrreiche Rallyes erstellt werden. Aus einem Bausteinkasten können Informationstexte, Quizze und andere Aufgaben ausgewählt werden. Eine Punktevergabe kann alternativ eingebunden werden.
- Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat mit seiner Waldfibel eine App geschaffen, mit der Baumarten bestimmt oder ein Waldquiz durchgeführt werden kann. Die App eignet sich am besten zur Nutzung während eines Waldspaziergangs.
Alle Apps sind im Google und Apple Play Store erhältlich. (Die Waldfibel-App ist aufgrund technischer Umstellungen derzeit allerdings nicht verfügbar).
Hier geht es zum März-Beitrag: https://ifak-kindermedien.de/freizeit-und-spass/wie-kinder-digitale-apps-nutzen-koennen-um-den-garten-zu-entdecken/
Ein Vorbild sein
Kinder orientieren sich stark am Verhalten der Erwachsenen in ihrem Umfeld. Besonders Eltern haben eine prägende Rolle, wenn es darum geht, wie ihre Kinder mit der digitalen Welt umgehen. Wenn Elternteile also selbst bewusst mit digitalen Medien umgehen, wird den Kindern vorgelebt, wie ein gesunder Umgang mit dem Smartphone und Co. aussehen kann. Und das auch auf langfristige Sicht. Eine medienfreie Familienzeit kann dann schöne gemeinsame Momente schaffen.
Einen Digital Detox ausprobieren
Wie fühlt es sich an, einige Stunden oder sogar einen ganzen Tag bewusst offline zu sein? Ferien bieten eine gute Gelegenheit, um über den eigenen Medienkonsum nachzudenken. Der Begriff „Digital Detox“ steht für eine bewusste Auszeit von digitalen Medien, um die eigene Mediennutzung zu reflektieren und mehr Achtsamkeit für analoge Erfahrungen zu entwickeln. Ein Digital Detox muss allerdings nicht bedeuten, komplett auf digitale Geräte zu verzichten. Vielmehr geht es darum, bewusst Zeiten ohne die Bildschirmnutzung einzuplanen. Zum Beispiel bei Familienaktivitäten wie Ausflügen oder kreativen Projekten, die daheim durchgeführt werden können. Der Mix macht’s: Digitale und analoge Erlebnisse sollten sich sinnvoll ergänzen! Die Seite „klicksafe“, welche von der Europäischen Union kofinanziert wird, bietet eine spannende #AUSzeit-Challenge, die gut in den Familienalltag integriert werden kann. Bei dem siebenwöchigen Programm werden die verschiedenen Aspekte des Digital Detox durch praktische Übungen beleuchtet. Ziel ist es nicht, komplett auf digitale Medien zu verzichten, sondern die eigene Mediennutzung bewusster zu reflektieren. Die Teilnehmer*innen können so ihre innere Balance überprüfen und ihr digitales Wohlbefinden stärken. Informationsmaterialen zu der Challenge sind auf der Webseite https://www.klicksafe.de/materialien/auszeit erhältlich.
Fazit: Medienfreie Freizeit? Der richtige Mix macht’s!
Ferien sind die perfekte Gelegenheit, um die eigene Mediennutzung bewusster zu gestalten. Dabei geht es nicht darum, digitale Geräte komplett zu verbannen, sondern sie gezielt einzusetzen. Ein guter Mix aus Online- und Offline-Zeiten hilft Familien, sowohl die Vorteile digitaler Medien zu nutzen als auch wertvolle gemeinsame Zeit ohne Ablenkung miteinander zu genießen.
Quellen und weiterführende Informationen
Doshechko, Anna (2019): Pixabaybild. https://pixabay.com/de/photos/rest-weekend-children-fluss-spray-4353602/ . [16.04.2025]
Kindermedienland Baden-Württemberg (2023): Zocken oder Zelten: Wie schafft man mediales Detox in den Sommerferien? https://www.kindermedienland-bw.de/de/startseite/beratung/schwerpunkte/zocken-oder-zelten-wie-schafft-man-mediales-detox-in-den-sommerferien . (05.06.2025)
Klicksafe (2024): #AUSzeit – Digital Detox Challenge. https://www.klicksafe.de/materialien/auszeit-digital-detox-challenge . (05.06.2025)
Schau hin! (o.D.): Papa, leg das Handy weg! Eltern als Vorbild. https://www.schau-hin.info/grundlagen/papa-leg-das-handy-weg . (05.06.2025)
Toggo für Eltern (o.D.): Mediennutzung in den Ferien. https://www.toggoeltern.de/grosswerden/umgang-mit-medien/mediennutzung-in-den-ferien . (27.03.2025)




