Das Institut für angewandte Kindermedienforschung (IfaK)

Am 12.02.1997 wurde das Institut für angewandte Kindermedienforschung (IfaK) an der Fachhochschule Stuttgart, Hochschule für Bibliotheks- und Informationswesen (HBI) (einer der Vorläufer der HdM) von Prof. Dr. Horst Heidtmann gegründet. Nach dem Tod von Horst Heidtmann 2005 führten Dr. Ulrike Bischof, Prof. Susanne Krüger, Prof. Dr. Manfred Nagl und Prof. Dr. Richard Stang das Institut weiter. Nachdem 2010 die Finanzierung des Instituts auslief, konnte das Institut die Arbeit nur noch im Rahmen von Projekten, bei denen unter anderem Peter Marus, Christina Reul und Timo Strohmaier mitarbeiteten, und ehrenamtlicher Tätigkeit fortführen. Seit 2019 wird es als studentisches Projekt unter der Leitung von Prof. Dr. Udo Mildenberger und Prof. Dr. Richard Stang weitergeführt.

Ziel war es ein Institut zu schaffen, das sich übergreifend auf die zentralen Akteurinnen und Akteure der Kindermedienwelten – Kinder, Eltern, Pädagogen*innen, Medienforscher*innen und Kindermedienproduzenten*innen – bezieht. Das Institut für angewandte Kindermedienforschung (IfaK) wurde zu einem Kompetenzzentrum in Sachen Kindermedien, dass sich mit allen Aspekten der Kindermedien beschäftigt und nicht nur mit Teilbereichen, wie es sonst oft geschieht.

Dieser ganzheitliche Blick wurde auch von der Scientific Community positiv aufgenommen. 2003 erhielt das IfaK für seine Arbeit, speziell „für die überzeugende Vermittlung von Medienkompetenz im Bereich der interaktiven und digitalen Medien, vor allem in außerschulischen Feldern und für die fortlaufende Publikation eigener Qualitätsbewertungen von Kindermedien“ den Hans Bausch Mediapreis des SWR.

Mit der Sammlung „KinderMedienWelten“, die über 4.000 Objekte umfasst, verfügt das IfaK über eine der weltweit größten Sammlungen von Kindermedien. Die ältesten Objekte reichen bis Anfang des 19. Jahrhunderts zurück. Die Aufbereitung der Sammlung ist ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit des Instituts.

Die vielfältigen Aktivitäten sollen als studentisches Projekt weiterentwickelt werden. Ziel ist es dabei auch Förderungen zu akquirieren, um auch wieder eine institutionelle Grundstruktur mit angestellten Mitarbeitenden zu etablieren.

Hörmedium

Die Hörmedienprojektgruppe wählt jeden Monat ein Hörmedium des Monats

Innerhalb der letzten Jahre erfreuen sich Hörmedien einer immer größer werdenden Beliebtheit. Der Markt bietet ein breites Spektrum an diversen Hörspielen und Hörbüchern, die nicht mehr länger nur auf das CD-Format begrenzt sind.

Deshalb möchte das IfaK in Kooperation mit der Stiftung Zuhören einen Überblick über die Masse der neu erscheinenden Hörmedien bieten und kürt jeden Monat das “Hörmedium des Monats”. Das ausgewählte Hörmedium zeichnet sich durch besondere Qualität aus und ist für die pädagogische Arbeit geeignet. Außerdem wird es mit Arbeitsanweisungen und didaktischen Hinweisen aufbereitet, welche online zur Verfügung gestellt werden.

Dieses Angebot richtet sich an Lehrkräfte, Erzieher*innen, Pädagog*innen und Eltern, die mit Kindern im Alter zwischen drei und 13 Jahren arbeiten.

Zusätzlich findet sich eine Auswahl von Methoden in einem Methodenbaukasten. Dieser Baukasten ermöglicht eine einfache Durchführung von Veranstaltungen mit und zu Hörmedien im pädagogischen Kontext ohne große Einarbeitung.

Methodik zur Bewertung bei Auswahl eines Hörmedium des Monats

Zur Bewertung wird zunächst der aktuelle Markt der Hörbücher gesichtet. Dies geschieht regelmäßig und über verschiedene Plattformen, um möglichst flächendeckende Ergebnisse zu erhalten. Des Weiteren bestehen Kontakte zu Hörmedium-Verlagen im deutschsprachigen Bereich, die Neuveröffentlichungen zur Rezension an das Institut senden.

Vorauswahl

Bevor durch Hörproben eine engere Auswahl getroffen wird, werden bestimmte Hörmedien bewusst ausgeschlossen. Dazu zählen vor allem fiktive Serien wie Die Drei ???/!!!, Bibi Blocksberg, Bibi und Tina, Fünf Freunde und TKKG. Das “Hörmedium des Monats” will somit auch auf weniger bekannte und qualitativ hochwertige Hörmedien aufmerksam machen.

Auswahlverfahren

Die verbleibenden Titel werden, um die Objektivität der Bewertung zu garantieren, von einem Team des Instituts für angewandte Kindermedienforschung unter verschiedenen Kriterien angehört und bewertet. Um die Gültigkeit und Handhabbarkeit dieser Bewertung sicher zu stellen, wird die Methode der Checkliste eingesetzt. Dadurch soll das Vergessen oder Übergehen von bestimmten Merkmalen des zu bewertenden Mediums verhindert werden. Des Weiteren eignen sich Checklisten für eine einfache Handhabung auch in Projektarbeiten ohne die Voraussetzung einer Einführung und können von späteren Prüfern gut nachvollzogen werden (Schneck, 2011).

Die Kriterien der Checkliste setzen sich zusammen aus inhaltlichen, sprachlichen und akustischen Kriterien sowie Aspekte der Kompatibilität in Bezug auf das Thema des Hörmediums und die Lebenssituation der Zielgruppe. Dabei wird sich an einer Übersicht von Ohrenspitzer orientiert, sowie am Kindermedienland BW (Kindermedienland Homepage, o.J.) und dem Bildungsserver Berlin-Brandenburg (Hattendorf & Hoppe, 2006). Für jedes zu bewertende Hörmedium muss, um Transparenz zu gewährleisten und die gemeinsame Auswertung zu erleichtern, dieser Kriterienkatalog komplett ausgefüllt werden. Dabei kann jedes Kriterium in drei verschiedenen Stufen gewichtet werden:

  • Trifft zu bzw. fällt positiv im zu bewertenden Hörmedium auf
  • Wird nicht angesprochen bzw. besitzt weder positive noch negative Ausprägung
  • Trifft nicht zu bzw. fällt negativ im zu bewertenden Hörmedium auf

Im Anschluss an die Bewertungsphase werden die Summen der positiven und negativen Bewertungen zusammengezählt. Die Hörmedien mit der höchsten Bewertung werden im Plenum besprochen und auf Kompatibilität mit verschiedenen didaktischen und pädagogischen Methoden getestet. Das finale Hörmedium wird anschließend rezensiert und aufbereitet.

Studien im Vergleich

Die Studien im Vergleich Projektgruppe erarbeitet alle wichtigen Erkenntnisse aus aktuelle Studien

Im Bereich des Medienverhaltens und der Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen sind viele verschiedene Studien zu finden, die zum Teil gemeinsame, aber auch unterschiedliche Themenschwerpunkte beleuchten.

Möchte man sich über ein bestimmtes Themenfeld informieren oder Erkenntnisse und Zahlen miteinander vergleichen, zieht dies meist eine umfangreiche Suche nach den Studien selbst und das Durchgehen der Studien nach sich.

Deshalb hat es sich das IfaK zur Aufgabe gemacht, bekannte und wissenschaftlich fundierte Studien auszuwählen. Die Basis bildet die KIM-Studie des medienpädagogischen Forschungsverbunds (mpfs) und es wurde nach weiteren Studien recherchiert und um diese ergänzt. Insgesamt wurden sieben Studien anhand von neun Themenfeldern analysiert und Zahlen und Fakten zum Medienverhalten der Drei- bis 13-Jährigen untersucht.

Bei den Studien handelt es sich um die KIM-Studie 2018, die miniKIM-Studie 2014, die JIM-Studie 2018, die RTL Fourscreen Touchpoint Kids Studie 2019, die Kinder-Medien-Studie 2019, die Bitkom Studie 2019 und die DIVSI U9 Studie 2015. Die Themenfelder basieren auf der KIM-Studie 2018 und umfassen zum jetzigen Zeitpunkt: Alltag und Freizeitverhalten der Kinder; Bücher und Lesen; Computer-, Konsolen- und Onlinespiele; Fernsehen, YouTube und Streaming-Dienste; Internet und Social Media; Laptop, Computer und Tablet; Medienausstattung der Kinder; Musik und Hören und die Smartphone- und Handynutzung der Kinder.

Anhand der Zahlen und Erkenntnisse wurden Texte für die jeweiligen Themenfelder verfasst, sodass gewünschte und relevante Informationen direkt und auf einen Blick in gekürzter Form sichtbar sind. Dies soll eine längere Recherche vermeiden und einen Überblick über das Medienverhalten und die Mediennutzung der Kinder geben.

Das Angebot richtet sich an Eltern und Bildungseinrichtungen.